„Österreicher sparen so wenig wie nie zuvor“ lautet eine aktuelle Schlagzeile im Standard. Trotz der sinkenden Realeinkommen wird mehr konsumiert denn je. Dabei ist Österreich doch eigentlich ein Land der Sparefrohs. Was ist passiert, woran liegt’s?
Kategorie: Wirtschaft
wenn die Wirte sterben
Das Traurige daran: Es ist schon länger so, wie man selbst beim Besuch des wirklich empfehlenswerten „Dritte Mann“-Museums sehen kann. Dort hängt, klein und leicht übersehbar, ein Ausschnitt von einem kurzen Bericht zur Schließung des von Anton Karas, der Musiker hinter der unverkennbaren Filmmusik, betriebenen Heurigen („The Karas zither is silent“): „because taxation is killing me“
TTIP, Kapitalismus und Neoliberalismus
Wirtschaft und Frieden
1909 veröffentlichte der Brite Norman Angell sein Werk „The Great Illusion“ (damals noch unter dem Titel „Europe’s Optical Illusion“), das viele als Grundlage der Internationalen Beziehungen als eigene wissenschaftliche Disizplin erachten. Sein Hauptargument entspricht jenem Frederic Bastiats: Freier Handel und wirtschaftliche Verflechtung stiften Frieden, da sich Kriegsführung unter diesen Bedingungen wirtschaftlich nicht auszahlt. Entgegen vieler Kritiker, die seine Thesen durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs als klar widerlegt ansehen, hat er jedoch niemals behauptet, dass wirtschaftliche Integration die Kriegsführung abgeschafft habe.
Der Bastiatsche und Angellsche Grundgedanke lebt bis heute fort und bereitete die Grundlage für die Errichtung der Europäischen Union aber auch der WTO. So beinhaltete bereits der Vorläufer der UN Charter, die als Atlantic Charter bezeichnete gemeinsame Erklärung der US-Amerikanischen und britischen Kriegsziele von 1941, folgende Bestimmungen:
4.They will endeavour with due respect for their existing obligations, to further enjoyment by all States, great or small, victor or vanquished, of access, on equal terms, to the trade and to the raw materials of the world which are needed for their economic prosperity.
5. They desire to bring about the fullest collaboration between all nations in the economic field, with the object of securing for all improved labour standards, economic advancement, and social security.
Auch die aus der Zeit unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs stammende (jedoch aufgrund des Widerstands des US-Kongress niemals in Kraft getretene) Havanna Charter, die die Grundlagen der Weltwirtschaftsordnung geregelt hätte, sprach in ihrem ersten Artikel davon, die
determination of the United Nations to create conditions of stability and well-being which are necessary for peaceful and friendly relations among nations
anzuerkennen zur Erfüllung dieses Ziels beitragen zu wollen. Dabei gilt es freilich eines zu bedenken: Wie die beiden Weltkriege gezeigt haben, ist freier Handel alleine jedoch kein Garant für zwischenstaatlichen Frieden. Schließlich waren die Staaten Europas vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs miteinander ähnlich stark wirtschaftlich verflochten wie heute. Politische Auseinandersetzungen, oft beeinflusst durch wirtschaftliche Interessen von dem Staat nahestehenden (wirtschaftlichen) Interessengruppen, genießen oft genug Vorrang vor rationalen ökonomischen Überlegungen.
If it’s really the economy (, stupid), then Putin has been quite successful
„When Putin arrived in office, Russia was just emerging from the disastrous market reforms of the 1990s and the 1998 financial crisis. The new president had no grand economic vision: while he slashed taxes to benefit business, he also renationalised key sectors, starting with the breakup of political foe Mikhail Khodorkovsky’s Yukos oil company in 2003. Nonetheless, unused manufacturing capacity and rising prices for oil, Russia’s main export, helped usher in an era of unprecedented prosperity that Putin is still remembered for, with real disposable income doubling between 1999 and 2006.“
http://www.theguardian.com/world/2015/may/06/vladimir-putin-15-ways-he-changed-russia-world
