Was gegen Kataloniens Unabhängigkeit spricht

Zum katalanischen Nationalfeiertag („Diada“) haben erwartungsgemäß Massenkundgebungen und -proteste stattgefunden. Es gibt allerdings gewichtige Gründe wieso die dortigen Unabhängigkeitsbestrebungen schlechte Karten haben. Ich habe dazu übrigens dem Deutschlandfunk Kultur ein Interview gegeben, siehe hier)

1.) Die Zentralregierung in Madrid will es nicht. Die hat nun einmal das letzte Wort.
2.) Die internationale Gemeinschaft ist sezessionsfeindlich; kein Staat verliert gern einen Teil seines Staatsgebiets. Also wollen die meisten auch keine Unabhängigkeitsbestrebungen in anderen Ländern fördern (es gibt natürlich Beispiele, wo es geopolitisch opportun erscheint). Das Selbstbestimmungsrecht der Völker bedeutet letztlich kein Recht auf einen eigenen Staat, eher auf Autonomie (man spricht vom „internen Recht auf Selbstbestimmung).
3.) Abspaltungen sind oft das Ergebnis von Kriegen. Wenn durch Sezession neu entstandene Staaten anerkannt werden, dann oft, weil die dortige Bevölkerung massiv unterdrückt wurde (was in Katalonien nicht der Fall ist).
4.) Der FC Barcelona würde nicht mehr in der Primera Division spielen, sondern in einer eigenen katalanischen Liga, mit Kalibern wie Espanyol oder dem FC Girona. Das Clasico gäbe es dann allenfalls in der Champions League. Das kann niemand wollen.

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